Zwischenbericht

Etappenziel erreicht! Das AnimaMundi ist ein (physisch) geschlossener Raum geworden!
Es gibt keinen Durchzug mehr und das Gebäude kann sich in der neuen Konfiguration auf sein entsprechendes Gleichgewicht aufwärmen. Bin gespannt wie das Ergebnis sein wird.

Danke an alle die direkt und indirekt geholfen haben und sich beteiligt haben!
Danke an Jost für die Inspiration bei der Fassadengestaltung mit der Anordnung der Fenster!

Hier ein kleiner Zeitraffer was in den letzten Wochen und Monaten entstanden ist.
Für mehr Details aus der Bauphase und was als nächstes ansteht auf „More“ klicken. Für höhere Auflösung auf die Bilder klicken. Fürs helfen auf „kontakt“ klicken und mich kontaktieren ;)

Die Holzrahmenkonstruktion wurde aus 9,5×9,5cm Balken unter Zuhilfenahme von 10er Stahlwinkel gebaut und an allen Stellen der Balkenstücke, an denen es möglich und sinnvoll war, mit Zimmermannsnägeln verbunden. Im Vergleich zur Konstruktion des Hauptdaches ist das Vordach ein „Leichtbau“, wobei noch viel Luft nach oben ist.
Eine Herausforderung war es eine plane Front vor Ort zu bauen, unter anderem auf Grund von krummen Hölzern. Im Endeffekt kam es zu einer dicken Fuge, die mit einem Polymeer abgedichtet wurde. Beim nächsten Mal gradere Hölzer und soweit möglich Vormontage im liegen.
Das Vordach vom Gewächshaus wurd aus Multiplex und OSB-verschnitt sowie Klotüren die über waren konstruiert. Die Dämmung wurde wie beim Hauptdach ausgeführt. Mit ca. 2cm Lehm, 30cm Strohballendämmung und zum Abschluss zum unterlüfteten Dach wieder ca 2cm Lehm.

Für die Glasfront wurde direkt recycelte Dreifachverglasung benutzt. Dazu wurden die Scheiben aus ihren Holzrahmen geholt, was einfach ging weil sie nur mit Leisten gehalten wurden die mit ein paar Hammerschlägen und hebeln leicht entfernt werden konnten. Anschliessend wurden die Scheiben gereinigt und Silikonanhaftungen mit Glaskeramikschabern, Stahlschwamm und schliesslich Benzin entfernt (Achtung, Gesundheitsgefährdent! Handschuhe aus PE tragen, z.B. die von der Tanke und auf gute Durchlüftung achten!).

Zum Ausrichten und Auflasten der Glasscheiben wurden teils die in den Rahmen vorhandenen Holzplättchen und teils mehrlagig Fahrradschlauch verwendet.
Die Scheiben wurden mit MS Polymer direkt mit dem Holzrahmen verbunden, indem zuerst die Fuge gespritzt und dann die Scheibe hineingelegt wurde. Nicht zu dünn auftragen und die Scheibe nach dem einsetzten nicht zu sehr andrücken, sonst kann es zu Rissbildung in der Scheibe kommen. In jedem Fall muss zwischen Scheibe und Untergrund eine (ausreichend dicke) Schicht Polymer oder Silicon sein. Aufliegen an auch nur einem Punkt kann eine kaputte Scheibe nach sich ziehen, evtl. schon nach einer Nacht, ansonsten mit der nächsten Jahreszeit.
MS Polymer ist das neue Silicon, genauso öko, mit grösserem Anwendungsbereich bzgl. Temperatur und Materialien, UV-Beständig und auch auf feuchten Flächen verarbeitbar, ich habe es vor allem wegen der UV beständigkeit Silicon vorgezogen.

Die Bleche die, den Abschluss der Aussenhaut darstellen, wurden zugeschnitten aus Nummernschildern und Blechen vom Heizungsanlagenschrott, die beim dörflichen Heizungsmenschen zu einem sehr fairen Preis erstanden wurden.
Zum Bearbeiten habe ich Bandsäge, Elektrofuchsschwanz und Flex benutzt. Nach Zuschneiden und Entgraten wurden die Kanten zum Schutz vor baldigem Rost lackiert und mussten trocknen. Was hab ich es gefeiert wie einfach im Vergleich das Bearbeiten der Nummernschilder war, da aus Alublech bestehend.
Also von mir aus wird es in Open Source Ecology auf jeden Fall Aluminiumproduktion geben; ja ich weiss, es ist giftig und macht Alzheimer, aber man muss seine Tomatensoße auch nicht im Alutopf kochen. BTW schonmal überlegt wo das Schwermetall aus dem Abrieb des Edelstahltopf hingeht wenn ihr mit dem Edelstahllöffel die saure Tomatensoße im Selbigen umrührt? ;P
Wenn nötig wurden noch Unebenheiten aus den Blechen herausgehämmert. Dafür wurde eine massive Stahlplatte sowie ein normaler Hammer benutzt.

Auch hier gilt auf den Arbeitsschutz achten! Bei allen verspanenden Arbeiten (heisst Sägen) und beim Flexen unbedingt eine Schutzbrille tragen, des weiteren Handschuhe und Ohrenschützer.

Anfänglich hatte ich befürchtet das vor allem die schmalen Blechstreifen nicht passen könnten aufgrund von Unregelmässigkeiten beim Schneiden (ungrade, Wellenschnitt), allerdings hat es praktisch keine Rolle gespielt, solange man so genau es geht arbeitet und kein 5mm-Schnitzer reinmacht.

Beim Bau der Seitenwände habe ich die Vorzüge von im Handel gekauften OSB-Platten kennen gelernt. Deutlich weniger Gestückel und somit deutlich weniger zeitintensive Detailarbeit. Allerdings habe ich auch die Nachteile von OSB kennen gelernt, als ich es für Regalbretter in einem Kleiderschrank einsetzte. Die standen schon Jahre rum, gasten aber unmerklich weiter aus, sodas die jeweils ersten drei Kleidungsstücke die auf dem Brett lagen nach einer Zeit abartig stanken und erst nach erneutem Waschen wieder tragbar waren. Deshalb werde ich sie so weit es geht nur im Außenbereich einsetzten.


Zum Schluss der Dokumentation zeigt das AnimaMundi seine Zähne im Gegenlicht… zumindest den einen den es hat :)
Die Pupillen sind noch provisorisch mit Panzertape abgedichtet, ich bin noch nicht sicher wie ich sie schlussendlich nutzen werde, mit roten Scheiben und Leuchten dahinter um ihnen einen teuflischen Blick zu verpassen oder als Entlüftungslöcher für Zwangsdurchlüftung mithilfe von PC-Lüftern ist grad alles vorstellbar.

Kommen wir zu den Aussichten:
Alle reden vom Wetter, ich von Apokalypse. Refromkapitalismus geh mir weg mit der Grütze! – Blockwart & Basur

Es steht noch einiges an. Ab Mitte September werde ich wieder im Lande sein und weiter machen.
Dann geht es erstmal dran die Außenwände fertig zu stellen und Blitzableiter sowie eine neue Regenrinne zu installieren, damit die stürmische Jahreszeit kommen kann.

Danach geht es im Innern weiter mit:

  • Zwischenwände bauen und Dämmung einbringen
  • innere Glasfront einziehen
  • Glasschaumschotterdämmung innen und außen einbringen
  • Fussboden herstellen
  • Strohballenwand von innen fertigstellen
  • überall wo der Innenraum Kontakt zu Strohballen hat es möglichst winddicht machen
  • die Eingangstür in Gang setzten
  • automatische Vorhänge installieren die bei Sonnenaufgang auf machen und sich bei Sonnenuntergang wieder schliessen um die Wärmebilanz zu maximieren

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